Theater o.N.

In den letzten zehn Jahren hat sich das Theater zu einer festen Größe und Ankerposition in Berlin und bundesweit im Theater für die Jüngsten (0-6) entwickelt. Ihr Herz schlägt für das allerjüngste Publikum, dem sie sich mit ihrer künstlerischen und partizipativen Forschung, ihren Inszenierungen und unseren Symposien zuwenden. Das Kitapublikum Berlins, immerhin eine Viertelmillion Berliner Bürger*innen, mit unterhaltsamer und anspruchsvoller Tanz- und Theaterkunst zu versorgen, Treffpunkt und Anlaufstelle für interessierte Künstler*innen aus diesem Feld zu sein und durch überraschende Kooperationen innovative und experimentelle Impulse im Theater für (sehr) junges Publikum zu setzen, sehen sie als Ziel und Aufgabe ihrer Arbeit.
1979/80 als Theater Zinnober gegründet, war es das erste und lange Zeit einzige freie Theater der DDR. In kollektiver Arbeitsweise entwickelten Künstler*innen wegweisende Inszenierungen wie „traumhaft“ (1985) oder „Die Bremer Stadtmusikanten“ (1986). Die Wende tangierte auch die Existenz des Theaters: Aufgrund steigender Mietpreise musste es in eine neue Spielstätte ziehen, nannte sich um in Theater o.N. 2010 enstand ein neues Team unter der künstlerischen Leitung von Ania Michaelis, die Organisationsstrukturen änderte und zwei neue Konzepte der künstlerischen Arbeit etablierte: Theater und Tanz für die Jüngsten und Über den Kiezrand hinaus – Partizipative Projekte mit Kindern und Jugendlichen. 2012 übernahmen Dagmar Domrös und Vera Strobel die künstlerische Ko-Leitung des Theaters und bilden seit 2014 gemeinsam mit Doreen Markert das künstlerische Leitungskollektiv.
Immer wieder hat sich das jetzige Theater o.N. erneuert und zugleich anseinen Traditionslinien als politisches Puppentheater festgehalten. Körperbetontes Spiel und Gesang, eine eigene Ausprägung der biografischen Methode und Material- und Objekttheater sind die Merkmale der Inszenierungen des Theater o.N. Mit diesen Mitteln – erweitert durch Impulse aus anderen Bereichen wie Neue Musik, zeitgenössischer Tanz, bildende Kunst – betreibt das Ensemble seine ästhetische Forschung, in den Arbeiten für die Jüngsten genauso wie für sein erwachsenes Publikum.
